Mittwoch, 23. August 2017

Hallstatt „Made in China“ – Chinesen kopieren eine ganze Stadt

Foto: Chinesen kopieren österreichische Stadt Hallstatt
Foto Quelle: Zoom.in

Story Höhepunkte

Das idyllische Städtchen Hallstatt im Salzkammergut im Bundesland Oberösterreich in unserem schönen Nachbarland Österreich kann auf eine 7000 Jahre alte Geschichte zurückblicken und gehört seit Dezember 1997 zum Welterbe der UNESCO (englisch: United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization – deutsch: Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur). Die Bezeichnung „Made in China“ fand man bisher nur auf Produkten die uns aus den fernöstlichen Gefilden erreichten, wobei das ein oder andere dann auch schon mal einem anderen Markenprodukt sehr ähnlich sieht. Zukünftig wird man die Herkunftsbezeichnung wohl aber auch auf ganze Städte anwenden können. Wenn es nach den Chinesen geht.

Hallstatt – Ausflugsziel und Urlaubsort

Hallstatt bietet neben dem ältesten Salzbergwerk der Welt, der Katholischen Pfarrkirche mit dem spätgotischen Flügelaltar und dem weltberühmten Beinhaus seinen Besuchern noch viele weitere historische, denkmalgeschützte Gebäude und Sehenswürdigkeiten. Malerische Ausblicke über den Hallstätter See und die einzigartig atemberaubende Bergwelt laden zum Fotografieren und Festhalten dieser Augenweide ein. Passend dazu findet man auf der Webseite von Hallstatt das nachfolgende Zitat:

Das kostbarste Erbe der Welt ist für alle da

Wir alle kennen sie. Die einen lieben sie, die anderen finden sie manchmal vielleicht etwas nervig. Aber eigentlich finden wir sie alle ganz putzig und müssen meistens schmunzeln, wenn wir sie in Action sehen. Es gibt wohl nichts, was sie nicht festhalten mit ihren digitalen Knipsern – Kleine Chinesen mit ihren Fotoapparaten.

Die Aussage aus dem oberen Zitat nahmen einige chinesische Architekten nun für bare Münze und hielten ihre Urlaubserinnerungen an Hallstatt wohl in so vielen Fotografien fest, dass es ausreichte die ganze Stadt aus dem österreichischen Salzkammergut zu kopieren und in China nachzubauen.

Waren die Hallstätter anfangs noch gegen das Plagiat, fühlen sie sich inzwischen doch geehrt. Denn immerhin haben sie den Vorteil, dass sie sich „Das Original“ nennen können. Auch dem Tourismus in Hallstatt hat die chinesische Kopieraktion etwas gebracht. Nicht nur chinesische Touristen sind nun ganz wild darauf das Original zu entdecken, seit Bekanntwerden des Plagiatismus hat sich der Touristenansturm um einiges erhöht, denn die Schaulustigen wollen sich dann doch lieber das Original Hallstatt anschauen. Der Touristenverband freut sich und wirbt auf seiner Webpräsenz mit dem Slogan: „Millionenfach fotografiert – einmal kopiert – nie erreicht

Hallstatt – Die Kopie

Aber auch die in Boluo in der chinesischen Provinz Guangdong errichtete Kopie des Alpendorfes Hallstatt kann sich sehen lassen. Innerhalb eines Jahres zauberte man hier nicht nur pastellfarbene Häuschen, Markplatz und eine Kirche in die chinesische Kreisstadt, nein auch der See und die umliegende Bergwelt wurden versucht so gut es geht zu imitieren. Und die Chinesen selbst sind natürlich stolz auf ihren Nachbau, wie sollte es anders sein.

Stellt sich abschließend nur noch eine wichtige Frage: Gilt der Kopier- und Urheberschutz eigentlich auch für ganze Städte?

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